4cats zu Besuch beim Gnadenhof in Stolberg

Ein neugieriger Einwohner des Gnadenhofes in Stolberg

Der Welttierschutztag – zurückgehend auf den heiligen Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere und des Naturschutzes, halten wir heute inne, um uns darauf zu besinnen, nicht nur unsere Art sondern auch alle andere Lebewesen auf unserem Planeten Erde zu schützen, zu erhalten und zu wahren.
Auch wir bei 4cats sind Tierschützer der ersten Stunde. Schließlich gehen unsere berühmten Schmusekissen mit wahlweise Baldrian- oder auch 4catsnip-Füllung zurück auf unsere Tage, an denen wir bei uns Zuhause Tiere in Not per Hand aufgezogen und gepflegt haben. Bis heute engagieren wir uns für Tiere weltweit in Not mit Organisationen wie den Catzillas, Helficus und vielen anderen.
Und passend dazu besuchen wir heute den Gnadenhof des Tierschutzvereins Kreis Aachen e.V. in Stolberg. Dort werden mehr als 10 Tiere, vor allem Pferde und Schafe, aber auch eine Katze versorgt und liebevoll betreut. Die Geschichten sind so vielfältig wie faszinierend. Manche der Tiere sind nunmehr verwaist gewesen, da ihre menschlichen Zieheltern verstarben, andere hingegen wurden kurz vor knapp davor gerettet, im Tiefkühlregal zu landen.

 

5,5 Hektar Raum zur Entfaltung

Betrieben wird der Gnadenhof dank der Gründungseltern Gitta und Willi Geis sowie den ehrenamtlich helfenden Händen seit nunmehr 1997. Mit 55.000 m² bietet der Hof eine riesige Auslauffläche mit eigens gebauten Tierstallungen sowie eine adäquate medizinische und soziale Versorgung der Tiere. Seien es Hufrehe, Erblindung, Atmungsschwierigkeiten, Zahnprobleme oder aber auch psychische Probleme aufgrund der vorherigen Lebenserfahrung und Haltung, auf dem Gnadenhof bekommt jedes Tier genau das, was es braucht. Man kann es sich ein bisschen so wie ein Hospiz für Tiere vorstellen.

Melanie Baltes, Will und Gitta Geis (von links nach rechts) mit tierischer Begleitung
Vorstandsbeisitzerin Melanie Baltes und die Herbergseltern Willi und Gitta Geis mit ihren tierischen Freunden (von links nach rechts)

Dabei steht eine Weitervermittlung NICHT an erster Stelle. „Die meisten haben halt solche Schicksale oder Krankheiten hinter sich, dass sie auch, wenn überhaupt, sehr schwer vermittelbar wären und auch in einem Alter sind, wo man sie nicht hier rausreißt“, so Melanie Baltes, Vorstandsbeisitzende des Tierschutzvereins Kreis Aachen e.V.
Sie selbst ist bereits seit über 12 Jahren dabei. Angefangen hat alles bei einem der alljährlich stattfindenden Sommerfeste. Grund für sie, in den Tierschutz so aktiv einzusteigen und den Gnadenhof tatkräftig zu unterstützen, sei vor allem ihre lebenslange Erfahrung mit Tieren in ihrem Umfeld gewesen gewesen. Auch ihr Mann teilt diese gemeinsame Leidenschaft. Zum Engagement im Vorstand kam es erst im Laufe der Zeit. Das alles selbstredend noch neben dem eigentlichen Beruf.

 

Von Shaun dem Schaf, Kronprinz und einem Hängebauchschwein

Zurzeit werden am Gnadenhof keine weiteren Tiere aufgenommen. 55.000 m² klingt zwar enorm viel, aber um Pferden und Schafen einen artgerechten Auslauf und Rückzugsort zu gewährleisten, ist dieser Platz mit nunmehr 16 Tieren, darunter das Pferd Kronprinz, Shaun das Schaf sowie einem Hängebauchschwein an der Kapazität. Auch darf man den arbeitsintensiven Aufwand bei der Pflege der dort untergebrachten Tiere nicht vergessen. Für den Tierschutzverein Kreis Aachen e.V. steht die adäquate Pflege und eine genau abgestimmte Verpflegung immer an erster Stelle.

Von insgesamt 16 Bewohnern auf dem Gnadenhof in Stolberg zeigen sich hier zwei Schafe
Von insgesamt 16 Bewohnern auf dem Gnadenhof in Stolberg zeigen sich hier zwei Schafe

Die Gesuche, ein Tier abzugeben kommen trotzdem immer wieder. Meistens per E-Mail, viele mit Vorlauf und auch viel Mitgefühl dahinter, einige aber leider auch recht lieblos und mit kurzer Frist, da das Tier quasi über Nacht seinen Nutzen verloren zu haben scheint. „Wir helfen in Fällen, wo wir leider nicht weiterhelfen können natürlich gerne mit einer Weitervermittlung, aber es ist schon traurig zu sehen, wie manche Menschen mit ihren tierischen Lebensgefährten umgehen.“, so Baltes.
Aktuell gibt es knapp 15 freiwillige Helfer, die diesen Zweitjob als „Vollzeithobby“ ausüben. Es gäbe auch viele Aufgaben nicht nur auf, sondern auch neben dem Hof. Wie zum Beispiel auf der Webseite, in der Organisation des Vereins oder auch bei stattfindenden Events, so Baltes weiter. „Arbeit gibt es immer.“

 

Das Umgehen mit Corona

Die Corona-Krise hat uns alle schwer getroffen. Vor allem aber Wohltätigkeitsorganisationen ohne festes Einkommen. So entfiel aufgrund von Corona das alljährliche Sommerfest des Tierschutzvereins Kreis Aachen e.V. zum 25-jährigen Jubiläum. Vielen anderen Möglichkeiten, Leute in der Öffentlichkeit zu erreichen und für das Wohl der Tiere Engagement zu zeigen, traf dasselbe Schicksal.
Die monetären Ausfälle, die durch das Aussetzen dieser Events zustande gekommen sind, sowie die allgemeine Preiserhöhung in Zeiten von Covid-19 sind dabei sehr schwer auszugleichen. Regelmäßige Kosten wie der monatliche Besuch des Hofschmiedes fallen indes deutlich höher aus als zum Beispiel Kosten in einer Kleintieraufzuchtstation. Außerdem finden sich auf dem Gnadenhof viele Tiere mit speziellen Anforderungen wieder, deren Behandlung spezifisch und somit kostspielig ist. Und das saison- und jahresunabhängig.

 

Mitmachen ganz einfach

Eine herzliche Begrüßung gibt es am Tor zum Gnadenhof in Stolberg
Mitmachen kann und darf hier jeder, und jeder ist auf dem Gnadenhof in Stolberg herzlich willkommen!

Und was ist, wenn ich aktiv am Tierschutz mitwirken will? Für die Interessierten gibt es mehrere Optionen. Zum einen bieten sich Spenden an, vor allem da die Lebenshaltungskosten bei anfallendem Spezialfutter und medizinischer Grundversorgung nicht einfach zu bestreiten sind. Speziell auch da der Gnadenhof keine öffentlichen Gelder bekommt, sind solche Geld- bzw. Sachspenden essenziell für das Fortbestehen des Hofes. Dafür gibt es HIER auch eine Amazon Wunschlisten.
Zum anderen kann man auch Pate werden. Entweder ein allgemeiner Hof-Pate oder sogar Pate für ein spezielles Tier. Damit unterstützt man das allgemeine Hof Geschehen monetär, kann sein Patenkind gerne besuchen kommen und man wird auch Teil des Patentreffens, welches einmal im Jahr stattfindet. Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit, selbst ehrenamtlich tätig zu werden. Sicherlich auch nicht die schlechteste Variante. Ob Dienst am Hof oder das Aushelfen mit anderen Kompetenzen, die dem Verein zu Gute kommen, jeder kann helfen. Die Aufgaben am Hof in Stolberg sind dabei zwar arbeitsintensiv, jedoch ist die Arbeit auch sehr belohnend, so Vorstandsbeisitzerin Melanie Baltes. „Da gehört viel Idealismus zu, viel Herzblut, aber wir wissen, wofür wir das machen.“

Besuchen Sie den Tierschutzverein Kreis Aachen e.V. HIER. Denn Tierschutz ist nicht nur einmal im Jahr und braucht Ihre Hilfe.

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